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By:
Corinphila Auction AG

lot # 7010 - Switzerland zürich

Price: CHF 75,000.00
Saturday Jan 30, 2021 09:00 Europe/Zurich
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Der schönste Viererblock der Winterthur auf Brief: Winterthur im Viererblock, Positionen 43+44/48+49 des 50er Bögleins farbintensiv und regelmässig breitrandig mit Teilen der Trennungsornamente auf allen Seiten, klar, sauber und kreuzfrei gestempelt mit zwei blaugrünen Zürcher Rosetten, wobei ein Abschlag auf den Brief übergeht. Oberhalb der Einheit findet sich ein Zweikreiser "STÄFA 12 SEPT. 1850" in der gleichen blaugrünen Farbe auf vollständigem privatem Faltbrief ohne die geringste Spur eines Archivbugs, gerichtet an den Regierungsrath Dr. Johannes Keller in Frauenfeld. Rückseitig roter Transitstp. und Ankunftsstp. Frauenfeld vom Folgetag. Von seiner Seltenheit aber auch vom gesamten Erscheinungsbild her einer der interessantesten und zugleich attraktisten Verwendungen von Marken der Übergangszeit im ersten eidgenössischen Tarif, korrekt frankiert für einen Brief der ersten Gewichtsstufe im zweiten Rayon innerhalb des Zürcher Postkreises.rnAtteste Hunziker (1974), Nussbaum (1976), Rellstab (1985) Schäfer - Kantonalmarken Frankaturen = CHF 175'000.rnrnBemerkung: Bis zur Herausgabe der Marken der Durheim-Ausgabe am 1. Oktober 1850 musste man sich im VIII. Postkreis auf Franko-Briefen mit Mehrfachfrankaturen der Ortspost oder der Winterthur behelfen. Die bekannten Briefe mit Mehrfachfrankaturen der Winterthur zu 7½, 10, 15 oder 20 Rappen stammen daher wie das vorliegende Stück aus den Monaten April bis Oktober 1850 und wurden mit schwarzen Zürcher Rosetten entwertet. Das vorliegende Stück ist insofern einmalig, als hier keine schwarze Farbe zur Entwertung der Freimarken verwendet wurde. Die Corinphila Kartei-Registratur kennt insgesamt nur vier Briefe mit vier Exemplaren der Winterthur zur Begleichung des 10 Rappen-Portos im zweiten Rayon, wobei dies der einzige bekannte Viererblock auf Brief ist.  rnrnDer Brief ist aber auch vom Empfänger her interessant. Er ist an den thurgauer Mediziner und Politiker Johannes Keller (1802 - 1877) gerichtet. Von 1824 bis 1833 praktizierte Keller als Arzt in seinem Geburtsort Weinfelden. In den Jahren 1831 bis 1833 war er Gemeindeammann von Weinfelden und Mitglied des Grossen Rats des Kantons Thurgau, von 1832 bis 1833 als dessen Präsident. Von 1833 bis 1869 gehörte er dem Thurgauer Regierungsrat an. 1849 gehörte er dem Thurgauer Verfassungsrat an. In den Jahren 1850 und 1851 war er Abgeordneter des Kantons Thurgau zum Ständerat, gab dieses Mandat jedoch zu Gunsten seines Amtes in der Thurgauer Regierung vorzeitig auf. Er engagierte sich auch wirtschaftspolitisch und war 1852 Mitglied des thurgauischen Eisenbahnkomitees und von 1858 bis 1874 des Verwaltungsrats der Nordostbahn als einer ihrer Gründer. Der Brief stammt von einem anderen Arzt und behandelt medizinische Probleme.rnrnReferenzen:rnA. Abele - A propos Altschweiz, S. 99rnHunziker - Winterthur auf S. 30, dort als Brief bezeichnet, der in Bezug auf ästhetische Wirkung seinesgleichen suchernSchäfer - Frankaturen Kantonalmarken, S. 94.rnrnProvenienz: Sammlung Mirabaud (im Jahr 1900 ausgestellt in Paris);rnZumstein Bern (1908)rnSammlung Alfred F. Lichtenstein, ausgestellt auf der IPOSTA 1930rnErnst Müller (1936)rnZentrale für Briefmarken Projektionsbilder (1938), St Gallen, Nr. E 168rnSammlung Svizzera, ausgestellt auf der LUNABA 1951rn58. Corinphila-Auktion (May 1975), Los 330;rnSammlung Monte Rosa, 73. Corinphila-Auktion (Sept. 1985), Los 2670.
Catalogue 262: SWITZERLAND - The ERIVAN Collection

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